Zucht des Frederiksborger Pferdes:

Stutteri Æblevang

Der Frederiksborger – kongernes hest (das Pferd der Könige) – ist die älteste stammbuchgeführte Pferderasse der Welt. Der Ursprung dieser Rasse liegt in Dänemark auf Schloss Frederiksborg in Hillerød. Im Jahr 1534 gründete der dänische König und Herzog in Schleswig-Holstein, Frederik II., das königliche Frederiksborger-Gestüt. Sein Sohn, König Christian IV., gründete eine eigene Gestütsverwaltung und vergrößerte das Gestüt durch Neueinkäufe vornehmlich spanischer Pferde erheblich.

340 Jahre führte das Königshaus das Gestüt und somit die Zucht. Der Frederiksborger wurde zum begehrtesten Reit- und Fahrpferd dieser Zeit. Das Gestüt hatte das Ziel, einerseits edle und leichte Pferde für die Hohe Schule, andererseits kräftige Fahrpferde für den Hof zu züchten. In ganz Europa wurde das Dänische Pferd berühmt und aufgrund seiner schönen eleganten Formen und des edlen Blutes an den Höfen äußerst beliebt. Daher findet man sowohl Frederiksborger Pferde in den Abstammungslinien der Gestüte in Kladruby und Lipica als auch Kladruber-Pferde in den Abstammungslinien des Frederiksborger Pferdes.

Seine Popularität und der Staatsbankrott 1813 wurden dem Frederiksborger zum Verhängnis. So kam es, dass die Zucht litt, zu viele Pferde in das Ausland exportiert wurden und der Bestand Mitte des 19. Jahrhunderts zu klein für den weiteren Erfolg wurde. 1871 wurde das königliche Gestüt geschlossen. Die Pferde wurden verteilt und nur noch in privater Hand gezüchtet und meist von Bauern im Feld und vor dem Wagen genutzt.

Einige wenige Pferde dieser Rasse sind bis heute in absolut reiner Linie weiter gezüchtet und ohne Fremdbluteinkreuzung erhalten worden. Dank dieser Reinzucht sind einige Merkmale des Frederiksborgers erhalten geblieben: große wache Augen, ein schöner Ramskopf, kräftige Gelenke und eine besondere Gesundheit zeichnen die Rasse aus. Seinen Reiter und Ausbilder überzeugt der Frederiksborger durch sein sanftes Gemüt mit einem guten Temperament für die Arbeit in der Hohen Schule. Der starke Charakter, der klare Kopf und die Intelligenz bereiten viel Freude in der Zusammenarbeit und machen die Pferde unerschrocken und rittig.

Der Frederiksborger ist ein wirkliches Reitkunst- und Kriegspferd aus einer anderen Zeit. Heute finden sich Liebhaber oft in der klassischen Dressur und der Hohen Schule, die dieses lebendige Kulturgut erhalten. Die Rasse ist beim dänischen Landwirtschaftsministerium geführt als bewahrenswerte, vom Aussterben bedrohte Haustierrasse.

Derzeit existieren noch eine Handvoll Hengste und etwa drei dutzend Stuten in Reinzucht. Im Stall Klinkenberg stehen als Teil der Stutteri Æblevang [Gestüt Apfelkoppel] drei reinerbige Frederiksborger Hengste: der Fuchs Dantes Ballegård, der Palomino Hector Krogvænget und der selbst gezüchtete Kjeld Bo Æblevang.

Der Cremellohengst Kjeld Bo ist der erste reinerbige Weißgeborene seit über 160 Jahren – der letzte bekannte weißgeborene Hengst war Perlen, das Leibpferd Friedrichs VII., welches nach dessen Tod präpariert wurde. Das restaurierte Präparat wird im Königlichen Stall-Etat auf Schloss Christiansborg in Kopenhagen präsentiert.

Der Name Kjeld Bo ist ein dänisches Vornamen-Wortspiel mit dem französischen »quel beau!« – was für ein schöner!




Zuchthengste

Dantes Ballegaard
*2007, Fuchs
von **Kazahr aus Freia

Hector Krogvænget
*2007, Palomino
von **Sar Vejleby aus *Citrus Fuglebjerg

Kjeld Bo Æblevang
*2020, Cremello
von *Sargo Vejleby aus *Gulla Fuglebjerg

(Körung ausstehend)

Zuchtstuten

Karma Verwia
*2017, Cremello
von *Sargo Vejleby aus *Gulla Fuglebjerg

Zurück zur ursprünglichen Form

Als zweites, spannendes Zuchtprojekt arbeite ich daran, das Frederiksborger Pferd zurück in seine ursprüngliche Form zu veredeln, wie sie im Reiterstandbild des Bildhauers Saly vor dem Königlichen Schloss Amalienborg in Kopenhagen abgebildet ist.

Weil der reinerbige Genpool der Rasse wie oben beschrieben sehr eng umrissen ist, habe ich im Sinne der ursprünglichen Zuchtidee Christians IV. bereits vor 11 Jahren die spanische Cartujano-Rappstute Alfana (*2012) vom Züchter García Morilla aus Granada, Andalusien erworben. Durch verschiedene Belegungen sind inzwischen bereits vier Fohlen aus ihr hervorgegangen:

2018: Stutfohlen Ada Æblevang von Dantes Ballegård

2020: Stutfohlen Luise Æblevang von Dantes Ballegård

2022: Hengstfohlen Jesús Æblevang von Dantes Ballegård

2026: Hengstfohlen Palnatoke Æblevang von Hector Krogvænget